Der Topfavorit ist klar auf Kurs
Foto: Hans Krämer
Taner Weins lenkt das Schleider Spiel als Trainer und als Akteur.

Der SV Schleid hat sich an der Tabellenspitze der Fußball-Kreisliga A festgesetzt – und will bis zum Ende der Saison dort bleiben. Der Aufstieg in die Bezirksliga ist schließlich das erklärte Ziel. Und auch im Kreispokal möchte Spielertrainer Taner Weins mit seinem Team erneut erfolgreich sein.

Von Lutz Schinköth

SCHLEID | Sowohl in der Liga als auch im Pokalwettbewerb hält den SV Schleid derzeit kaum ein Gegner auf. Zuletzt fertigte das Team der beiden Spielertrainer Taner Weins und Tim Hartmann den ärgsten Verfolger TuS Ahbach im Spitzenspiel mit 4:2 ab, im Pokal stehen die Grün-Weißen nach einem spektakulären 4:3-Erfolg bei der SG Schneifel II als Cupverteidiger im Halbfinale.

Spielertrainer Taner Weins spricht über ...

... die bisherige Saison: „Die Ausbeute mit 28 Punkten aus elf Spielen ist absolut okay. Wir sind voll im Soll. Wichtig ist, dass wir die Spiele gegen die direkten Konkurrenten gewonnen haben. Wir haben klar kommuniziert, dass wir aufsteigen wollen.“ Weins weiß aber auch, dass die nächsten Spiele kein Selbstläufer sind: „Die Mannschaften sind gegen uns noch mehr motiviert. Es muss vieles passen. Wir sind auf einem guten Weg, doch wir müssen uns jedes Spiel wieder alles neu erarbeiten und dürfen nicht nachlassen. So passiert es auch schon mal, dass wir überraschend Punkte lassen.“ Weins spielt damit auf die 1:2-Heimniederlage gegen die SG Stahl sowie auch das 3:3-Unentschieden gegen die SG Kylltal an: „Die Pleite gegen Stahl war verdient, und auch gegen Gerolstein hätten wir verlieren können.“

Der Trainer über seine Mannschaft: „Wenn ich auf unsere Aufstellungen schaue, muss ich feststellen, dass wir selten zwei, drei Spiele dieselbe Startelf aufbieten konnten – etwa aufgrund von Urlaub oder Verletzungen. Die Mannschaft ist gefestigt und als Team zusammengerückt, doch der Prozess des weiteren Zusammenwachsens ist noch längst nicht abgeschlossen. So müssen wir Spieler bei Laune halten und motivieren, die nicht so oft spielen. Da sind Vier-Augen-Gespräche sehr hilfreich.“ Der Fußball lebe von Emotionen, betont Weins: „Da ist es klar, dass es auch mal lauter wird. Doch die Kritik gehört nicht auf den Platz, sondern wird intern besprochen. Die Eigendisziplin ist besser geworden.“

Weins über die Neuzugänge: Mit Oliver Becker, Nico Britz, Enrico Schwall und Mathis Britz verpflichtete man gezielt vor allem junges Personal. Lediglich Becker, der vom Bezirksligisten SG Arzfeld kam, verfügt mit 33 Jahren über ein gesetztes Alter. „Oliver hatte sich Mitte Juli im Pokalspiel der alten Saison in Kelberg einen Muskelbündelriss zugezogen und musste wieder behutsam aufgebaut werden. Oli ist Vorbild, hat gegen Ahbach wieder 90 Minuten gespielt und auch 80 Minuten im Pokal in Ormont. Nicht nur fußballerisch, sondern auch als Mensch ist er für uns ein absoluter Gewinn.“

Mathis Britz und Schwall kamen vom JFV Bitburg, haben schon Einsatzzeit bekommen und sind laut Weins auf einem guten Weg: „Sie sind akzeptiert und integriert, müssen sich aber noch an das höhere Tempo in der A-Klasse gewöhnen. Sie dürfen die Geduld nicht verlieren.“ Nico Britz ist mit 26 Jahren ein gestandener Spieler, der von der SG Stahl/Mötsch nach Schleid kam. „Nico hat zwei Jahre aus Verletzungsgründen nicht gespielt, sich aber schnell an Tempo und Körperlichkeit gewöhnt. Er musste sich alles wieder hart erarbeiten.“

Der Coach über einen Stürmer, der förmlich explodiert ist in seiner Leistungsentwicklung: „Boris Niesen hat einen gewaltigen Sprung von der B-Klasse bis hin zum Spitzenbereich der A-Liga vollzogen, nachdem er aus Waxweiler zu uns gekommen war. Boris passt wie die Faust aufs Auge zu unserem Verein und belohnt sich jetzt für seine harte Arbeit. Er braucht nur wenige Chancen und ist mit seiner starken Technik schon sehr abgewichst vor dem Tor.“ In der Liga hat der 27-Jährige bereits 13 Mal getroffen, im Pokal schnürte der Angreifer beim 4:3 bei der SG Schneifel II ein Dreierpack.

Weins zum Kreispokal: Wenn du den Pokal zuletzt gewonnen hast und nun wieder ins Halbfinale eingezogen bist, willst du ihn auch verteidigen, klar. Das ist noch keiner Mannschaft im Kreis gelungen.“

Weins zum Hit gegen Ahbach: Es spricht für die Moral des SVS, dass er im Spitzenmatch gegen Ahbach aus einem 2:2 noch ein 4:2 gemacht hat. „Durch die zwei Tore von Tim Hartmann ist uns in einem engen Spiel noch der Sieg gelungen. Wir haben trotz des zweimaligen Rückstandes immer dran geglaubt. Denn wir hatten über 90 Minuten mehr Spielanteile und haben die entscheidenden Zweikämpfe gewonnen.“

Die nächsten Aufgaben: Die für vergangenen Sonntag geplante Heimpartie gegen die SG Prümer Land wurde nach teilweise heftigen Regenfällen, die den Platz in Schleid unbespielbar machten, abgesagt und auf Mittwoch, 10. November angesetzt. Am kommenden Wochenende sind Taner Weins und sein Team spielfrei.